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“Nach Sonnenuntergang Sie kommen nachts …” Kurzgeschichtensammlung von Jon Padriks
Cover: Verlag der Schatten
Taschenbuch ISBN: 978-3-946381-40-2 212 Seiten Preis: 11,95 € E-Book ISBN: 978-3-946381-41-9 (mobi) ISBN: 978-3-946381-42-6 (epub) Preis: 6,49 €
Inhalt: Wenn die Dunkelheit kommt, steigen sie empor. Geister und Dämonen bemächtigen sich unser und lassen unser Blut erstarren. Unsere tiefsten Ängste erwachen, unsere Sinne richten sich auf das Unmögliche. In dunklen Schatten lauern ungeahnte Gefahren, und das leiseste Geräusch klingt wie ein Donner. Doch gibt es sie nur nachts? Sind all die vielen Sterne, die wir am Himmel sehen, wirklich unbewohnt? Oder lauert auch dort das Böse, Unvorstellbare, das uns sogar am Tage bedroht? Lesen Sie die 12 Geschichten in diesem Buch und vergessen Sie ihre Paranoia! Denn die Angst ist real.
Nachtwache
… War das nicht der Brief, auf den der Alte schon so lange wartete? Hatte Freed nicht nach Stormy Hill geschrieben in der Hoffnung auf jenen Wunderheiler, der dort leben sollte und angeblich in der Lage war, Fernheilungen durchzu- führen? Am liebsten wäre Jim aufgesprungen, um Freed den Brief zu bringen. Aber der schlief sicher schon längst. In nächsten Augenblick wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als ein leidvoller Ruf ertönte. Das war Freed! … Einen Moment später stand Jim in der Tür zum Zimmer des Alten und sah ihn an. Er lag mit schmerzerfülltem Gesicht in seinem zerwühlten Bett und starrte in seine Richtung. …
… und es gibt sie doch!
… Der Junge zog den Kopf ein, presste die Augen zu. Er wollte das Monster nicht sehen. Langsam kam die Kreatur näher. Der Gestank wurde intensiver. Die Wärme, die das Ding ausstrahlte, war spürbar. Dann berührte es ihn. Heißer, ekelerregender Atem strömte in Bennys Gesicht. Es schnüffelte an ihm. Etwas Hartes und zugleich Spitzes fuhr über seine Wange - eine Kralle! Benny glaubte schon, jetzt sterben zu müssen, als ein Geräusch aus dem Flur ertönte. Er öffnete die Augen, als das Wesen von ihm abließ. Es schnupperte in der Luft wie ein Tier, das den Feind roch, und verschwand so schnell, wie es gekommen war. Er sah nur einen Schemen, der in die Wand glitt, als wäre diese nicht da.
Trautes Heim
… Plötzlich ertönte ein Heidenlärm. Die Decke über ihnen erbebte. Putz bröckelte ab. Im nächsten Moment löste sich ein Stein. Gerade noch rechtzeitig konnte Peter Susi von der Stelle ziehen, bevor weitere Brocken herunterknallten. Gleichzeitig durchwehte ein eisiger Wind- hauch das Zimmer. Die Fenster klirrten, und leichtere Gegenstände, die bereits ausgepackt und aufgestellt waren, wurden umgestoßen. Und dort, wo die Decke eingestürzt war, erblickte Peter einen Er- hängten im Dachstuhl. Halb verfault. Maden und Fliegen labten sich an ihm “Weg!”, schrie Susi erschrocken. Peter hatte sie vor Entsetzen los- gelassen. Durch die Tür zum Korridor drangen Fledermäuse zu ihnen herein und fielen über Susi her, die sich verzweifelt gegen die Biester zu wehren versuchte. Sie schützte den Kopf mit den Armen, in die die Bestien ihre Krallen schlugen. Blut spritzte. Susis hübsche, rote Locken geraten durcheinander, dachte Peter fasziniert und erschrocken zugleich. Da spürte er den Blick des Erhängten auf sich ruhen. Der Untote verzog die blutleeren Lippen in seinem zerfallenen Gesicht zu einem hämischen Grinsen.  
Die 13. Etage
… Ein leises Knistern ertönte, und ein Geldschein schwebte von der Decke geradewegs vor sein Gesicht. “Ich lass dich nicht gehen”, wisperte dabei eine Stimme. “Du gehörst mir.” “Wer ist da?”, fragte Harry vorsichtig. Er war nicht mehr fähig, sich zu rühren, starrte nur umher. “Sind Sie es, Chef?” “Ich bin der wichtigste Teil deines Lebens”, kam es zur Antwort. Von vorn. Von unten. Von der - Harrys Hals wurde trocken - Hundertdollarnote, die nun vor seinen Füßen lag. Panisch blickte er zurück. War ihm der Schatten gefolgt? Oder war einer der Kollegen zugegen und beobachtete, wie lächerlich er sich verhielt, während er allmählich den Verstand verlor? …
Es
… Als er nach einer halben Stunde, in der er dagesessen hatte, als hätte er den Handtuchhalter in Badezimmer verschluckt, plötzlich wieder in sich zusammensackte, verschwand die fremde Schrift auf dem Monitor. Sein Herzschlag betrug regelmäßige zweihundertsiebzig Schläge pro Minute, und seine Lungen weiteten sich, bereit, das Fremde, das in ihm war, endgültig in seinem Körper zu beherbergen. Nur mit Mühe gelang es Dave, von seinem Stuhl vor dem Computer aufzustehen und sich auf die kleine Couch zu legen, die an der hinteren Wand seines Arbeitszimmers stand. Er nahm nur schwach wahr, dass ich da etwas in ihm bewegte. …
Das mysteriöse Grabmal
… Ein letztes Mal rief Patrick nach dem Hund. Er wollte gerade umkehren, da sah er das Tier. Seinen schnaufenden Herrn völlig ignorierend stand Ricky an einer eigenartigen Steinformation und schnüffelte daran. Sein Fell sträubte sich, die Ohren lagen an, als witterte er eine Gefahr. Instinktiv blieb Patrick stehen und sah sich um. “Ricky, bei Fuß!” Ihn überlief eine Gänsehaut trotz der Morgen- sonne, die wärmend durch die Baumkronen strahlte. Die Steine waren so übereinandergeschichtet, dass sie an ein Grab erinnerten …
Halloween
… “Klar, murmel schon deinen merkwürdigen Spruch!” Sie wollte dies alles so schnell wie möglich hinter sich bringen. “Nehes hcue tssal dnu iebreh tmmok, dies negeguz rhi eid, Netot, rhi.” Bettina starrte die Freundin an. Was war denn das? Ohne ihren Blick zu erwidern zuckte Katja mit den Schultern. “Musst’s rückwärts sprechen.” Bettina nickte. Es würde ohnehin nichts geschehen. Sie griff nach der Hand der Freundin und drückte sie. Heute Nacht würde Katja feststellen … Der Gedanke riss ab. Plötzlich sah Bettina etwas. War dies ein Fettfleck? Es musste einer sein. Wahrscheinlich flackerte eine der Kerzen hinter ihnen, sodass er erst jetzt sichtbar wurde. Aber nein! Das konnte keine Schmiere sein. Dieses Ding wurde größer … Leo? Ihr stockte der Atem. …
Der beste Freund des Menschen
… Der Schwarze stand hinter ihr, knurrte und bellte. Sie konnte seinen heißen Atem spüren. Haarscharf neben ihr landete das Messer des Anführers und blieb im Sand stecken. Er öffnete seine Hose. In diesem Moment sprang der Hund über Elena hinweg nach vorn auf den Angreifer. Er warf ihn zu Boden und schnappte nach ihm, schlug ihm die Zähne in den zur Abwehr erhobenen Arm. Als die anderen sahen, wie ihr Freund plötzlich in den Sand stürzte, als wäre er vom Blitz getroffen, bekamen sie es mit der Angst zu tun. Sie liefen zu ihren Maschinen zurück und ließen ihren Boss allein. Elena überwand den Schock und rief nach dem Schwarzen, der den Fettsack attackierte und sich wie ein Bluthund in ihn verbiss, nun aber sofort gehorchte. Knurrend setzte er sich neben Elena hin. Der Rocker starrte verunsichert umher, dann warf er Elena einen entsetzten Blick zu, raffte sich auf und humpelte zu seinem Motorrad. Irgendwie schaffte er es, trotz seiner Verletzungen, aufzusteigen und den anderen schnell nach- zufahren. …
Das Badezimmer
… Die Badezimmertür flog plötzlich auf. Eisige Luft strömte ihm daraus entgegen, wurde stärker, kälter. Irgendetwas Unsichtbares kam auf ihn zu. Griff nach ihm. Packte ihn am Arm und zog ihn hinein ins Bad. Die Tür krachte hinter ihm mit einem lauten Knall ins Schloss. Dann war es still. Markus wagte nicht zu atmen in dieser Dunkelheit, die nur schwach durch das Licht der Straßenlaternen jenseits des Fensters erhellt war. Er spürte, dass er nicht allein war. Irgendetwas war bei ihm. Kalt und unheimlich. In diesem Augenblick durchzuckte ein Blitz die Finsternis. Lange genug, damit er für den Bruchteil einer Sekunde die Frau vor sich sehen konnte. Sie hatte sich auf dem Boden zusammengerollt und die Hände auf den Bauch gepresst, aus dem sie stark blutete. Dann war es wieder dunkel. …
Sie kommen nachts …
… Stephen rieb sich die Augen. Da bemerkte er die Schatten. Unzählige schwarze Pünktchen schwirrten vor der Fenster- scheibe. Waren es Fliegen? Oder Mücken? Wo kamen sie her? Er stand auf und trat näher. Es mussten Tausende sein. Wie besessen schwärmten sie dort draußen, und ihm kam es so vor, als wollten sie zu ihm. Zu wild waren ihre Bewegungen. Es konnte nicht erkennen, um welche Spezies es sich han- delte. Es hatte jedoch den Anschein, als wären sie alle von derselben Art. …
Das Kartenspiel - eine Legende
… Tatsächlich lag es da: ein altes, verschmutztes Hufeisen. Er warf den Freunden einen Blick zu und griff nach dem Ding. Blitzartig zuckte seine Hand zurück. Es war heiß! “Wo kommt das Eisen her?”, fragte einer der Männer, während Roland sich wieder aufrichtete und entsetzt dreinstarrte. Eine unsichtbare Hand schloss sich um dessen Kehle, schnürte ihm die Luft ab. Er hatte vorhin noch gelästert. Und nun musste er feststellen, dass das Eisen so heiß war, als käme es direkt aus der Hölle, als wäre der Teufel gerade noch mitten unter ihnen gewesen und hätte es verloren. Oder gar zurückgelassen, damit sie es fanden und sich ihrer Schuld bewusst wurden? Was taten sie hier auch heute Nacht?  Alle Welt hatte sich in den letzten Wochen auf Weihnachten vorbereitet. … … Und nun hatte er den ganzen Abend hier gezecht und gespielt. Wahrscheinlich, wie es jetzt aussah, sogar seine Seele verspielt. …
Dexter
… Dexter grinste über seine eigene Gerissenheit. Sie hatten ihn schließlich laufen lassen, und mit den anderen beiden Morden brachte ihn bislang offenbar nichts in Verbindung. Und für das plötzliche Ableben Sandys würde man ihn so- wieso niemals belangen können. So leise wie möglich schloss er die  Schublade und positio- nierte sich neben der halb geöffneten Tür des nur vom Mondschein erhellten Schlafzimmers, in das er gegangen war. Dort zog er das Messer. Es musste schnell gehen. Kein Laut durfte Sandy über die Lippen kommen. Niemand in diesem Haus durfte einen Schrei hören. … … “Dieser Idiot!” Fast wütend schlug Sandy das Buch zu das sie aus dem Wohnzimmer mit in die Küche gebracht hatte. Wie konnte dieser bekloppte Sheriff dieses Arschloch von Mörder nur entkommen lassen? …
 Shadodex   -  Verlag der Schatten