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Genre: Mystery, Dark Fantasy oder Horror Zeichenzahl: zwischen ca 25000 und ca 100000 inkl. Leerzeichen Text: unveröffentlicht, die Rechte müssen beim Autor liegen Sonstiges: keine Kosten für die Autoren,                   jeder in die Anthologie aufgenommene                   Autor erhält ein Belegexemplar und                   anteilsmäßig Honorar Einzusenden als Textdokument (.docx, .doc, .rtf, .odt) an: shadodex@verlag-der-schatten.de  Thema: „Versteckt liegende Friedhöfe, Grabsteine, Gedenkstätten oder Denkmäler und ihre Geheimnisse.“   Die Ausschreibung ist beendet! Bitte nichts mehr einsenden! Die Auswertung der eingesendeten Geschichten läuft. Aufgrund der Anzahl der uns angebotenen Storys kann die Auswahl einige Wochen in Anspruch nehmen. Wir bitten daher um etwas Geduld. Wir benachrichtigen alle, so- bald die Entscheidung gefallen ist. Ausschreibungstext Stellt euch vor, ihr entdeckt während eines Spaziergangs einen alten, versteckt liegenden Friedhof. Die Grabsteine sind verwittert und von Moos bewachsen, die Inschriften kaum mehr lesbar. Gras, einst auf den Gräbern gepflanzter Efeu, wild aufgegangene Bäumchen oder Sträucher dominieren das Bild. Seid ihr dann nicht auch neugierig, streift über den Totenacker, schaut euch die einzelnen Ruhestätten an und fragt euch, wer diese Leute waren, woran sie gestorben sind, und im speziellen Fall natürlich vor allem auch: Wieso liegt der Friedhof so versteckt, und warum schert sich keiner darum? Es muss natürlich kein Friedhof sein, der eure Fantasie beflügelt. Ihr könnt gerne auch andere versteckt liegende – vielleicht sogar vergessene – Gedenk- stätten oder einzelne – von diversen Pflanzen umrankten – Denkmäler oder Gräber irgendwo entdecken. Hauptsache, ihr erzählt uns von den mysteriösen bis gruseligen Geheimnissen, die hinter diesen stecken. Sucht danach in Archiven, lasst euch von den Dorfältesten davon berichten ..., aber tut uns einen Gefallen und verratet uns, worauf ihr gestoßen seid, denn solche Ge- schichten suchen wir. Lasst eurer Fantasie also freien Lauf und begeistert uns mit euren Ideen. Wir freuen uns schon drauf. Euer Team vom Verlag der Schatten Übrigens, falls ihr auf euren Streifzügen durch die Natur mal – ganz versteckt – die Statue eines Engels findet, der ein Tier bei sich hat, handelt es sich dabei um das Abbild eines Totensammlers (und seiner Gehilfskreatur). Ist es aber wirklich nur ein Abbild? Hier – zur Inspiration vielleicht – ein Auszug aus der Kurzgeschichte „Der Totensammler“ (erschienen in „Shadodex – Fantasy und Mystery …“ von Bettina Ickelsheimer-Förster): Stolz streckten die großen Eichen ihre kräftigen, knorrigen, zum Teil bereits morschen Äste dem Himmel entgegen – hin zu einem Licht, das kaum durch das dichte Blätterdach auf den vermoosten Boden strahlte. Wo die Sonne nicht vermochte durchzudringen, war es stockfinster. Nebel waberte über dem sonst überall saftigen Grün, das ihre Schritte dämpfte, als ob der Wald Schweigen gebieten würde. Gänsehaut breitete sich auf Susannes Körper aus, als sie feststellte, dass es totenstill um sie herum war. Beinahe so, als ob sie in eine andere, düster und bedrohlich wirkende Welt eingetaucht wäre. Eine Welt, die den Atem anhielt, seit sie sie betreten hatte. Sie, der Störenfried, der hier nichts verloren hatte. Der in die Umgebung jenseits der Waldgrenze gehörte. Susanne wusste nicht, warum sie das Gefühl hatte, hier nicht willkommen zu sein. Weil alles so still war? Weil kaum ein Sonnenstrahl die Finsternis ver- drängen konnte? Weil die düstere Atmosphäre ihr aufs Gemüt drückte? Ihr sogar Angst einjagte? Oder, weil sie etwas im Rücken spürte, das sich wie beobachtende Augen anfühlte? Erschrocken fuhr sie herum! Im gleichen Moment war ihr, als ob sich in ihrem Kopf zwei Bilder über- lagern würden. Das, was ihre Augen lieferten, und ein Bild, das nicht von hier stammte, aber diesem in gewisser Weise ähnelte. Die alten Bäume! Der moosige Boden! Die Finsternis! Sogar der in nur wenigen Metern Entfernung über dem Grund schwebende Nebel! Und doch war es nicht dieser Wald ge- wesen. Hier gab es vor allem Eichen. Das andere Bild hatte vorwiegend Kie- fern und Fichten gezeigt. War es möglich, dass sich hier ein Erinnerungsfetzen aus den Tiefen ihres Gehirns an die Oberfläche grub? Ausgelöst durch einen Anblick, der große Ähnlichkeit mit einem Bild hatte, das sie aus der Ver- gangenheit kannte? Stammte dieses Bild aber wirklich aus ihrer Erinnerung? Susanne schloss die Augen, um sich zu konzentrieren. Sie musste diese mögliche Erinnerung noch einmal hervorholen. Irgendwie! Es wollte ihr nicht gelingen, bis sie resignierend die feuchtwarme Luft, die nach Moos und altem Holz roch, einsog. Der Geruch schien eine weitere Erinnerung hervorzuholen. Kein Bild zwar, doch ein Gefühl des Kennens. Als ob sie schon einmal hier gewesen wäre. Hier? Nicht hier, aber in einem ähnlich alten, dunklen Wald. Und noch etwas bewirkte der Duft, der ihr immer intensiver in die Nase stieg, je näher sie dem kleinen Nebelfeld kam. Warum es sie gerade dort hinzog, konnte sie nicht sagen. Auch nicht, weshalb sie plötzlich zu wissen glaubte, dass der Geruch modriger werden würde und was sie in dem düsteren Winkel hinter den wa- bernden Schwaden zu sehen erwartete. Noch war das Bild, das sich in ihrem Kopf formte, undeutlich, doch meinte sie, ein verfallenes Gebäude zu erken- nen. Überwuchert von Efeu und diversem Schlingkraut. Und sie sah noch etwas, das sie nicht deutlich genug ausmachen konnte, das in ihr aber ein unerklärliches Gefühl der Traurigkeit hervorrief. Neugierig geworden, und übermannt von sich zum Teil widersprechenden und verwirrenden Gefühlen, durchschritt sie den Bodennebel. Finsternis um- hüllte sie sofort. Eine Dunkelheit, die wenige Meter weiter schon wieder zu zerreißen begann. Nur spärlich erhellten einzelne Sonnenstrahlen die Szenerie. Das Licht genügte, um Susanne sehen zu lassen, was auf der kleinen Lichtung, die sich dort auftat, versteckt war. Die Gebilde waren zwar fast völlig mit Moos bedeckt und von Gestrüpp überwuchert, doch erkannte sie die steiner- nen Überreste eines kleinen Gebäudes und die Statue daneben sofort. Im ersten Moment wirkte dieser Ort, der als perfekte Kulisse für einen Mystery-Streifen hätte dienen können, grotesk. Es fehlten nur der Vollmond, das Herumschwir- ren der Fledermäuse und die Rufe der Nachtvögel. Sowohl das Gebäude als auch die Statue schienen uralt. Während das ehemals einfache Haus nur mehr eine Ruine war, wirkte die Steinfigur, als ob die Zeit weniger an ihr genagt hätte. Schaudernd ob des gruseligen Anblicks schlang Susanne die Arme um den Oberkörper und trat zaghaft näher an die Statue heran, die nur auf den ersten Blick noch besser erhalten wirkte als das Gebäude. Als sie die Skulptur genauer betrachtete, sprang ihr der steinerne Vogel auf dem angewinkelten Arm der Figur mit den gewaltigen Schwingen entgegen. Es war ein Geier! Überrascht stolperte Susanne einen Schritt zurück. War das nur ein Zufall? Ganz bestimmt nicht! Ein weiteres markantes Detail an der Statue bestätigte ihr, dass sie sich die Szenen im Krankenhauspark nicht eingebildet hatte. Der Flügel! Der linke Flügel des langhaarigen Engels, dessen steinerne Miene von Efeuranken verdeckt wurde, war beschädigt. Genau an den Stellen, an denen sie die Verletzungen ausgemacht hatte. Der untere Teil der gewaltigen Schwinge war weggebrochen. Vielleicht ein Opfer der Zeit. Der Schaden am Flügelgelenk dagegen war keine Folge natürlichen Verschleißens. Hier fehlte ein Stück. Definitiv ein Gewaltschaden. Woher er rührte, konnte Susanne nur vermuten. Der Anblick bewies ihr aber, dass sie nicht verrückt war. Unmöglich, dass dies nur ihrer Fantasie entsprungen sein sollte. Die Statue war der Beweis! Sie war ihr Zeuge! Und sie bewirkte noch mehr! In dem Moment, in dem Susanne realisierte, was sie vor sich sah; in der Sekunde, in der sie zu kombinieren begann; in dem Augenblick, in dem sie erkannte, dass sie tatsächlich einen Totensammler gesehen hatte, kam die Erinnerung schlagartig zurück. Der Totensammler! So hatte der kleine Junge die Statue immer genannt. Die Statue, die dieser steinernen Figur immens ähnelte. Sie stand im Wald nahe ihrem Geburtsort. In einem Teil, der ebenso düster, geheimnisvoll und mysteriös wirkte wie dieser hier. Ebenso alt. Ein winziges Rinnsal durchzog die Lichtung, auf der neben einem verfallenen Gebäude, das besser erhalten war als dieses, eine Statue stand. Sie war nahezu grün von Moos. Ein Bäumchen hatte seine Äste um die Figur geschlungen, die mit gesenktem Kopf und hängenden Haaren auf ein Tier zu ihren Füßen blickte. Es war aber kein Geier, sondern ein Marder. Er saß zu Füßen der Figur und schaute nach oben. Susanne erinnerte sich an jedes Detail der Statue, die um einiges besser er- halten war als dieses Exemplar. Und sie entsann sich haargenau des kleinen Jungen, der ihr vom Totensammler erzählt hatte.                    
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